Kurt A. Körber – Mäzen mit dunkler Vergangenheit

Das Körberhaus ist ein öffentlicher Raum mit blindem Fleck: Über die NS-Vergangenheit des Namensträgers wird nichts sichtbar gemacht. Die Bergedorfer Linksfraktion forderte auf der Bezirksversammlung am 29.01.26 in ihrem Antrag, die Installation von Infotafeln vor dem Körberhaus.

Den Wortlaut des Antrags könnt ihr hier lesen. 

Kurt A. Körber gilt im öffentlichen Bild als erfolgreicher Unternehmer und bedeutender Mäzen auch gerade für den Raum Bergedorf. Weniger bekannt – und im Körberhaus bislang nicht sichtbar – ist seine Verstrickung in das nationalsozialistische Wirtschaftssystem. Gerade an einem öffentlichen Bildungsort wirft dieses Schweigen Fragen auf. Infotafeln zur Biografie Körbers wären ein notwendiger Schritt zu historischer Transparenz.

„Kurt A. Körber war Mitglied der NSDAP und Geschäftsführer eines Unternehmens, dass Zwangsarbeiter eingesetzt hat. Es ist gerade in unserer Zeit wichtig seine Schattenseiten aufzuzeigen“, sagte Johan Graßhoff, stellvertretender Vorsitzender der Bergedorfer Linksfraktion.

Die historische Forschung zeigt, dass Führungskräfte in solchen Betrieben Teil eines Systems waren, das wirtschaftlich vom NS-Regime profitierte und zu dessen Stabilisierung beitrug. Auch wenn Kurt A. Körber nicht als ideologischer NS-Täter oder direkter Verantwortlicher für Gewaltverbrechen bekannt ist, war er in Strukturen eingebunden, die ohne Ausbeutung und menschenverachtende Entrechtung nicht funktioniert hätten.

Dialog braucht Offenheit

Dass das KörberHaus ein Ort des Dialogs sein will, spricht nicht gegen, sondern für Infotafeln. „Wer demokratische Debatten fördern möchte, sollte auch bereit sein, die eigene Geschichte offenzulegen“, sagte Johan Graßhoff. Schweigen oder Auslassungen erzeugen den Eindruck von Verdrängung und schwächen das Vertrauen in Institutionen, die sich Aufklärung und Bildung zum Ziel gesetzt haben.

Erinnerung als Stärke

Infotafeln im KörberHaus wären ein Zeichen historischer Reife. Sie würden zeigen, dass eine demokratische Gesellschaft in der Lage ist, Verdienste und problematische Vergangenheiten gemeinsam zu betrachten. Gerade an einem Ort, der Dialog fördern will, sollte sichtbar werden: Verantwortung beginnt dort, wo Geschichte nicht verschwiegen wird.

Der Antrag der Linksfraktion wurde mit den Stimmen von SPD und Grünen und natürlich den Linken in den Kulturausschuss überwiesen.