Überlastung der Mitarbeitenden des Bergedorfer Bezirksamtes

In 2,5 Monaten sind im Bezirksamt Bergedorf insgesamt 49 Überlastungsanzeigen eingegangen. Das sind 49 offizielle Meldungen von Mitarbeitenden, die sagen: „So geht es nicht mehr!“ In der aktuellen Stunde auf der Bezirksversammlung am 16.10.25 sprach die Linksfraktion dies dringende Thema an.

Zwischen dem 1. Juli 2024 und dem 12. September 2025 sind im Bezirksamt Bergedorf insgesamt 49 Überlastungsanzeigen eingegangen. Sie kommen aus unterschiedlichen Dezernaten, quer durch die Verwaltung – kein Einzelfall, kein Einzelfehler. Es ist ein strukturelles Problem. Wer sich die Begründungen anschaut, liest immer wieder dasselbe: ungeplanter Personalausfall, erhöhter Arbeitsanfall, unbesetzte Stellen.

„Das hat natürlich Folgen“, sagte Christin Feiler-Siegert, Vorsitzende der Linksfraktion. „Keine termingerechte Erledigung“, „mangelnde Qualität der Arbeitsleistung“. Die Arbeit bleibt liegen – oder sie wird gemacht, aber nicht so, wie sie gemacht werden müsste.“

Und diese Überlastung trifft nicht nur die Mitarbeitenden. Sie trifft uns alle.

Sie trifft die Menschen in Bergedorf. Denn wir sind alle auf eine funktionierende Verwaltung angewiesen – sei es beim Wohngeld, Baugenehmigungen, bei Anliegen rund um Wohnraum oder sozialen Leistungen.

Nehmen wir das Thema „Wohnen“: 
Alleine im Bezirk Bergedorf gibt es ca. 200 Wohnungen, die potenziell leer stehen oder anderweitig zweckentfremdet werden. Das Bezirksamt sagte dazu: „Für die Einleitung von Ordnungswidrigkeitenverfahren fehlen (…) seit 2020 die personellen Kapazitäten.“ Das bedeutet konkret: Illegale Zweckentfremdung wird nicht verfolgt, weil niemand da ist, der es tun kann. Und das in einer Zeit, in der Wohnraum in Hamburg extrem knapp ist. 

Noch gravierender ist die Lage in der Wohngeldstelle. In der Antwort auf unsere Anfrage zur Überlastung heißt es – Zitat: „Durch längerfristigen krankheitsbedingten Personalausfall ist in der zweiten Jahreshälfte 2025 ist mit einer Realbesetzung weniger als 40% zu rechnen.“

Auch wenn CDU und SPD das Problem kleinreden, wird es sich nicht von alleine lösen. Das Bezirksamt sagt dazu selbst: „Sämtliche Standardlösungen wie Prioritäten setzen, Arbeit umverteilen oder fachlich unterstützen, wurden seit Jahren praktiziert. Alle Maßnahmen hatten und haben eine Wirkung. Die Wirkung reicht jedoch für eine nachhaltige und ausreichende Entlastung nicht aus.“

Christin Feiler-Siegert forderte: „Wir brauchen echte, nachhaltige Lösungen: 

  • Mehr Personal – unbefristet, qualifiziert, angemessen bezahlt.
  • Strukturelle Verbesserungen – mit besserer Digitalisierung, besseren Arbeitsbedingungen, weniger Bürokratie.
  • Und endlich eine ernsthafte Priorisierung der Bezirksämter durch den Senat.

Wir bleiben am Thema dran.